Anlageprodukt der VR-Bank mit gutem Zweck

Spendenübergabe zu Gunsten der Hospize in der Region

14.01.2015

Zur Vorweihnachtszeit hatte sich die VR-Bank Rhein-Sieg etwas Besonderes einfallen lassen. Im Angebot war das Produkt „Anlegen mit Herz“, welches so ausgestattet war, dass die VR-Bank für je 1.000 Euro Anlagesumme einen Spendenbetrag von 5 Euro zur Verfügung stellte.

Bis Ende des Jahres hatte die Genossenschaftsbank 360.000 Euro eingesammelt, so dass eine Spendensumme von 1.800 Euro zusammen gekommen war. Von Anfang an stand fest, dass die Spenden an vier Hospize im Geschäftsgebiet der VR-Bank gehen sollten. Hospize machen es sich zur Aufgabe, Menschen in der letzten Phase einer unheilbaren Krankheit zu unterstützen und zu pflegen. Ziel ist es, den Betroffenen ein bewusstes und zufriedenes Leben am Ende des irdischen Daseins zu ermöglichen. Die Einbeziehung der Angehörigen ist Teil des Konzeptes der Hospizarbeit.

v. l.: Dr. Martin Schilling, Desirée Luckenbach, Edgar Drückes, Jochen van Üüm, Dr. Paul Heinz Hagen, Stefan Schmitt und Holger Hürten

Bei der Spendenübergabe waren Vertreter aller vier Einrichtungen anwesend. Von der Palliativstation des Troisdorfer St. Josef Hospitals begrüßten Dr. Martin Schilling, Vorstandsvorsitzender, und Holger Hürten, Vorstandsmitglied, den Kassierer Dr. Paul Heinz Hagen, vom Elisabeth-Hospiz aus Lohmar den Leiter des Hospizes Edgar Drückes, vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Rhein-Sieg die Koordinatorin Desirée Luckenbach und vom Hospizverein Niederkassel den Vorsitzenden Jochen van Üüm.

Nachdem Dr. Martin Schilling das von der Vertriebssteuerung unter Leitung von Stefan Schmitt entwickelte Produkt erläutert hatte, überraschte er die Gäste mit der Mitteilung: „Vielleicht wissen Sie es ja schon: Unsere VR-Bank feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen und dies nehmen wir sehr gerne zum Anlass, die Spenden mehr als zu verdoppeln.“ Regulär wäre jede Einrichtung mit 450 Euro nach Hause gegangen. Aufgrund der Wichtigkeit der Aufgabe und des hohen Engagements der Einrichtungen hat sich die Bank entschlossen, jeder Einrichtung 1.000 Euro zukommen zu lassen.

Die Freude war riesengroß, denn jeder Cent wird dringend benötigt, um den Betroffenen die letzten Tage und Wochen möglichst lebenswert zu gestalten. Auch muss permanent in die Ausbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert werden. Hier gilt es aufmerksam zu beobachten, dass die Helferinnen und Helfer mit der Situation nicht überfordert sind.

Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Rhein-Sieg begleitet Familien zu Hause, deren Kinder eine lebensbegrenzende Erkrankung haben vom Zeitpunkt der Diagnose bis über den Tod hinaus. Desirée Luckenberg berichtete von dem Spaß, den die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit den Kindern und Familien haben, denn jeder Augenblick des Lebens wird genutzt, solange er noch da ist.

Der Hospizverein Niederkassel nimmt insbesondere dann seine ehrenamtliche Arbeit auf, wenn unheilbar kranke Menschen aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen werden. Ziel ist es, die Kranken so lange wie möglich zu Hause zu versorgen. Jochen van Üüm berichtete, dass der Verein derzeit ein Netzwerk aufbaut, um in Niederkassel stationäre Hospizplätze zu schaffen.

Im Elisabeth-Hospiz in Lohmar existieren 16 Hospizplätze. Oberstes Ziel ist die längst mögliche Erhaltung der Normalität und Selbstbestimmung für die Menschen mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung. Daher gestaltet sich der Tagesablauf völlig frei und individuell für jeden Einzelnen. „Ausflüge gehören genau so zum Angebot, wie ein Tag zu Hause, wenn es die Erkrankung zulässt“, berichtete Edgar Drückes.

Im St. Josef Hospital in Troisdorf gibt es den stationären und ambulanten Palliativdienst. Ziel der stationären Arbeit ist es, die unheilbar erkrankten Menschen so weit zu stabilisieren, dass sie wieder nach Hause können. Da die Krankenkassen Höchstsätze für die Palliativmedizin zahlen, sind die Krankenhäuser angehalten, die Aufenthaltsdauer der Menschen möglichst kurz zu halten. Daher denkt man auch im Troisdorfer Krankenhaus über die Einrichtung eines Hospizes nach, erläuterte Dr. Paul Heinz Hagen.