„Kompetenz, Erfahrung, Persönlichkeit und Akzeptanz – Die Viererkette zum Erfolg“

Herbert Fandel zu Gast beim Neujahrsempfang der VR-Bank Rhein-Sieg

08.01.2015

Zum traditionellen Neujahrstreff hatte die VR-Bank Rhein-Sieg ihre Mitglieder erstmals in die neue
Stadthalle Troisdorf eingeladen. Über 900 Gäste, unter anderem Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus dem Geschäftsgebiet der VR-Bank, waren zu dieser beliebten Veranstaltung erschienen, deren Konzept aus Information, Entertainment und Zeit für Gespräche besteht.

Als Gastredner hatte die Genossenschaftsbank Herbert Fandel verpflichtet. Schon seine Vita liest sich interessant, denn Fandel war sowohl Konzertpianist als auch einer der erfolgreichsten Fußballschiedsrichter Deutschlands. Ab 1995 war Herbert Fandel Bundesliga-Schiedsrichter, von
1998 bis 2009 gehörte er außerdem dem FIFA-Kader an.

Dr. Martin Schilling, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rhein-Sieg,  berichtete von einem guten Geschäftsjahr der VR-Bank Rhein-Sieg. Allerdings ließ er seinem Ärger über die anhaltend niedrige Zinspolitik der Europäischen Zentralbank auch freien Lauf. „Gerade wir als Genossenschaftsbank leiden besonders unter dieser Politik, da wir auf jegliche Zockergeschäfte verzichten und so für uns wichtige Einnahmequellen von Jahr zu Jahr kleiner werden. In ein bis zwei Jahren reichen die Zinseinnahmen gerade mal aus, um die Kosten zu decken.“

Dieser Problematik will die VR-Bank Rhein-Sieg unter anderem durch die geplante Fusion mit der Kölner Bank eG Rechnung tragen. „Wir wollen agieren, wenn es uns gut geht  und nicht zum Reagieren gezwungen sein“, erklärte er die Zukunftsplanung der Bank.

Vorfreude weckte der Vorstandsvorsitzende auf die zahlreich geplanten Jubiläumsaktivitäten anlässlich des 125. Geburtstages der VR-Bank, deren Keimzelle in Troisdorf-Sieglar liegt. Ein erster Höhepunkt wird die Inthronisierung des Sieglarer Dreigestirns am 17. Januar sein. Denn das Trifolium wird von der VR-Bank gestellt. Vorstandsmitglied Holger Hürten schlüpft in die Rolle des Prinzen, Vorstandsmitglied Peter Biller wird zum „staatze Buur“ und Direktor Christian Seigerschmidt verkörpert die Jungfrau.

Die Kunden und Mitglieder der Bank werden zwölfmal im Jahr mit einem „Produkt des Monats“ überrascht, welches stets mit einer Besonderheit ausgestattet ist.

Die sechs Kommunen, in denen die VR-Bank Geschäftsstellen unterhält, dürfen sich auf einen VW up! freuen. Das Besondere: Die Mitglieder der Bank entscheiden, welche sozialen oder gemeinnützigen Einrichtungen die Fahrzeuge erhalten sollen.

Anschließend begrüßte Dr. Martin Schilling, auch im Namen seiner beiden Vorstandskollegen Peter Biller und Holger Hürten, Herbert Fandel, der seit Beendigung seiner aktiven Bundesliga-Schiedsrichtertätigkeit Mitglied im DFB-Schiedsrichterrat ist. Schilling hob hervor, dass Fandel sowohl bei seinen Auftritten als Pianist als auch bei seiner Arbeit auf dem Fußballplatz stets wusste, wie er einen kühlen Kopf bewahren und gleichzeitig hervorragende Leistungen abrufen konnte.

Mit einer provokanten Aussage begann der ehemalige Schiedsrichter seinen Gastvortrag, indem er feststellte: „Das Managen eines Geschäfts um Sieg und Niederlage, bei dem es um Millionen Euro geht und das alle Welt interessiert, wird Samstag für Samstag einem Amateur anvertraut. Und dieser trifft natürlich auch Fehlentscheidungen und wird genau dann zur Zielscheibe von Spielern, Trainern, Funktionären, Medien und Millionen von Trainern in den Stadien und an den Bildschirmen. Macht er alles gut, ist dies selbstverständlich.“

Fandel verglich die 90 Minuten eines Fußballspiels mit einer Firma, in der Mitarbeiter zu führen seien. Während eines Spiels muss ein Schiedsrichter allerdings in Sekundenschnelle im Durchschnitt 200 Entscheidungen treffen, er kann diese nicht auf das nächste Meeting verschieben, wie es im Geschäftsleben häufig der Fall ist. Seiner Meinung nach basieren nur fünf Prozent der Entscheidungen auf FIFA-Regeln, die restlichen 95 Prozent erfordern Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Führungsfähigkeit.

Wie so oft, ist aber die Entscheidung als solche gar nicht das Problem, sondern der Weg dorthin. Um diesen optimal zu finden, benötigt der Schiedsrichter genau wie der Manager eine Viererkette der Führungsfähigkeit, die besteht aus: Grundkompetenz, Erfahrung, eine starke und authentische Persönlichkeit und Akzeptanz bei den Betroffenen.

Mit lang anhaltendem Applaus wurde der Vizeweltschiedsrichter Herbert Fandel von der Bühne verabschiedet. Mit Beispielen aus seiner 30jährigen Karriere hatte er immer wieder für Heiterkeit bei den Zuhörern gesorgt. Sein Fazit lautete: „In Übertragung auf die Anforderungen eines Managers ist die Führungsaufgabe im Fußball eine Leidenschaft und nichts für ‚Weicheier‘.“

Doch bevor die Gespräche Oberhand gewannen, fand noch eine „Amerikanische Versteigerung“ zu Gunsten der Kinderstiftung Troisdorf statt. Ein Original-WM-Fußball und ein Original-WM-Trikot mit Unterschrift von Bastian Schweinsteiger, kamen unter den Hammer. Raimund Sarcher vom TUS 07 Oberlar hatte die begehrten Fanartikel durch persönliche Kontakte zum Fußballweltmeister zur Verfügung gestellt. „Auktionator“ Wolfgang Högemann entlockte dem spendablen Publikum 2.322 Euro. Zuvor hatte die VR-Bank mit 500 Euro und die Firma Reifenhäuser mit insgesamt 250 Euro einen Grundstock gelegt. Am Ende des Abends kam damit eine stolze Summe von 3.072 Euro zusammen.