Perspektivwechsel:
Auf zwei Rädern zur Arbeit

Ein Dreiklang aus Klimaschutz, Gesundheit und Spenden

12.04.2016

Die unterschiedlichsten Lebenssituationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hat sich die VR-Bank Rhein-Sieg nun im dritten Jahr in Folge auf die Fahne geschrieben. Nach dem Blick in fremde Berufe und dem Arbeitseinsatz in sozialen Einrichtungen durch die Führungskräfte der Genossenschaftsbank, wurden in diesem Jahr alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebeten, den Perspektivwechsel aktiv mit zu gestalten, indem sie für den Weg zur Arbeit und wieder nach Hause, vom Auto auf das Fahrrad umsteigen. Getreu dem Motto der Genossenschaftsbanken „Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt“ wurde nicht der innere Antrieb in den Fokus gestellt, sondern der physische.

Die Reaktionen waren vielfältiger Natur. So schrieb eine Mitarbeiterin: „Mein Handicap: Ohne E-Bike müsste ich für meinen 30 Kilometer langen Anreiseweg bereits im Dunkeln losfahren und benötige anschließend 1. ein Sauerstoffzelt und 2. eine Dusche.“ Die Frage nach der Dusche, über die die VR-Bank in ihren Geschäftsstellen nicht verfügt, wurde übrigens häufiger gestellt, denn schließlich hieß es im Anschluss an die Anreise einen ganzen Arbeitstag zu verbringen.

Allen eventuellen Widrigkeiten zum Trotz, denn auch Regen ändert nichts am „Tag des Fahrrads“ meldeten sich 119 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VR-Bank Rhein-Sieg und der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth, mit der für den Sommer eine Fusion geplant ist, an. Somit war jeder dritte Beschäftigte dem Aufruf gefolgt. Die weiteste Anreise hatte Wolfgang Joest, der in Windeck-Hoppengarten wohnt und für die einfache Strecke 38 Kilometer zurücklegen musste. Dafür war er 1 Stunde und 51 Minuten von zu Hause zur Arbeit unterwegs. Für einige Banker ist der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad nichts Neues, denn sie nutzen das Zweirad immer oder immer dann, wenn das Wetter es zulässt. So radelt Peter Gratzfeld mindestens dreimal die Woche von Bonn nach Troisdorf-Sieglar, Thomas Rohr schwingt sich von Mondorf nach Troisdorf-Sieglar aufs Rad, übrigens immer im Anzug, so gut trainiert, wie er ist. Auch Claudia Rath in Siegburg, Sylvia Ostermann in Niederkassel-Lülsdorf und Kurt Barabas in Troisdorf-Sieglar gehören zu den Dauerradlern.  

Für die meisten jedoch stellte der „Tag des Fahrrads“ eine echte Herausforderung dar, da das Auto das bevorzugte Fortbewegungsmittel ist. Aber „mitmachen ist eben alles“ und erst Recht, wenn sich dahinter gute Ideen verbergen.

So dachten auch Ralf Löbach und Andre Schmeis, die beiden Vorstände der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth. Da dienstags immer Vorstandssitzung in Siegburg ist, war für sie klar, dass auch dieser Weg mit dem Fahrrad zurückgelegt werden musste. Der Versuch, die Sitzung außerplanmäßig nach Much zu verlegen, wurde schnell von Dr. Martin Schilling und Holger Hürten als das erkannt, was es war, nämlich eine Verlagerung der sportlichen Aktivitäten auf die Siegburger Vorstände, und somit schnellstens abgelehnt. Weitere 56 Kilometer standen somit für die Herren auf dem Tagesprogramm.   

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie umweltschädlich sie sich verhalten, wenn sie als Fortbewegungsmittel das Auto nutzen. Durch den „Tag des Fahrrads“ wurden insgesamt 1.780 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt, was zu einer Verminderung des CO²-Ausstoßes von fast 120.000 g führte. Dies entspricht einer Menge, die jeder Mensch in sechs Wochen an CO² erzeugt und sorgte dafür, dass zumindest am 12. April die Luft sauberer blieb und Tiere und Pflanzen so besser leben und wachsen können.

Zur Bewältigung der Strecken bewegten sich die Banker knapp 3.200 Minuten, dies entspricht 53 Stunden, und verbrannten 30.000 Kilokalorien. Dadurch taten sie in doppelten Sinn etwas für ihre Gesundheit: Bewegung und Kalorienabbau. Belohnt wurden sie in den Geschäftsstellen mit frischem Obst und Wasser. Zu guter Letzt profitierte die Jugendbehindertenhilfe von dieser Aktion, denn je geradeltem Kilometer spendete die VR-Bank Rhein-Sieg einen Euro. Überglücklich konnte Petra Opschondek, Leiterin der Kinderburg „Veronika Keller“, stellvertretend für die Jugendbehindertenhilfe Siegburg Rhein-Sieg e. V., einen symbolischen Scheck von 1.780 Euro entgegennehmen.

Ob in Zukunft mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Auto zu Gunsten des Fahrrads verzichten, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Zumindest ist das Frühjahr der richtige Zeitpunkt, um solch einen Wechsel vorzunehmen. Für einen selber, aber auch für unsere Umwelt, die wir für die nachkommenden Generationen erhalten möchten.

Schilling, Löbach, Hürten und Schmeis mit Fahrrädern
v.l. Dr. Martin Schilling, Ralf Löbach, Holger Hürten und Andre Schmeis