VR-Bank Rhein-Sieg mit solidem Ergebnis

Fusion mit der Raiffeisenbank Sankt Augustin in Vorbereitung

7.3.2017

2016 war in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes, ereignisreiches und emotional aufwühlendes Jahr. Aus dem politischen Blickwinkel scheint es wenig vermessen, das Jahr als Zäsur zu betrachten. Die europäische Idee erlitt im Juni mit dem überraschenden Votum der britischen Bevölkerung für den Austritt aus der Europäischen Union einen empfindlichen Rückschlag. Das Undenkbare war Realität geworden. Der zweite Schock folgte im November. Ein populistisch geprägter Wahlkampf führte Donald Trump an die Spitze der US-Regierung. Das „Nein“ der Italiener zu einer mutigen politischen Reform folgte als dritter politischer Schock.
Wirtschaft und Finanzmärkte steckten die Vielzahl dieser politischen Schockerlebnisse überraschend gut weg.
Dies spiegelt sich auch im Geschäftsjahr der VR-Bank Rhein-Sieg wider, welches intern durch die Fusion mit der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth geprägt war. Im August 2016 wurde das Zahlenwerk der beiden Banken zusammengeführt. In 28 Geschäftsstellen in den Kommunen Siegburg, Troisdorf, Lohmar, Niederkassel, Sankt Augustin, Neunkirchen Seelscheid, Much und Ruppichteroth bietet die VR-Bank Rhein-Sieg seitdem Service- und Finanzdienstleistungen an.

In allen Bereichen der fusionierten Bank konnte die VR-Bank Rhein-Sieg zulegen. Die Bilanzsumme kletterte zum 31.12.2016 um 3,8 Prozent von 2,163 Milliarden Euro auf 2,245 Milliarden Euro. Die Forderungen an Kunden wuchsen um 3,6 Prozent von 1,526 Milliarden Euro auf 1,580 Milliarden Euro an und die Kundeneinlagen inklusive der eigenen Inhaberschuldverschreibungen legten um 3,7 Prozent von 1,703 Milliarden Euro auf 1,766 Milliarden Euro zu.

„Auf dieses Ergebnis können wir stolz sein, denn schon seit einigen Jahren ist das Bankgeschäft durch schwierige Rahmenbedingungen geprägt. Wir sind davon überzeugt, dass unser genossenschaftliches Werteverständnis einen entscheidenden Anteil an diesem Erfolg hat. Denn Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Vertrauen sind die Attribute, mit denen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeit am Markt agieren“, erläuterte Dr. Martin Schilling, Vorstandsvorsitzender.

Dieser Meinung war im Dezember auch das UNESCO-Komitee, das die Genossenschaftsidee als schützenswertes „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ einstufte.

Die für dieses Jahr angestrebte Fusion mit der Raiffeisenbank Sankt Augustin soll mit dazu beitragen, dass eine starke Genossenschaftsbank im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis eine dominierende Rolle am Bankenmarkt spielen kann. Im Januar wurden die Vorstände beider Häuser, Dr. Martin Schilling und Holger Hürten für die VR-Bank Rhein-Sieg und Karl-Josef Schmitz und Jürgen Krämer für die Raiffeisenbank Sankt Augustin, von ihren jeweiligen Aufsichtsräten beauftragt, Fusionsgespräche aufzunehmen. In den Vertreterversammlungen der beiden Banken, am 12. Juni in Sankt Augustin und am 19. Juni in Siegburg, werden die Vertreter über die Fusion beschließen. „Im Falle einer dreiviertel Mehrheit in den jeweiligen Vertreterversammlungen wird die Fusion rückwirkend zum 31.12.2016 vollzogen. Die Zahl unserer Geschäftsstellen erhöht sich dann auf 32, 37 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden die Belegschaft bereichern “, führte Dr. Martin Schilling aus. „In der Stadt Sankt Augustin wird es durch die Fusion dann eine Genossenschaftsbank geben.“

v.l. André Schmeis. Holger Hürten, Dr. Martin Schilling und Ralf Löbach

Zufriedenstellende Ertragslage
Trotz anhaltender Niedrigzinsphase konnte die VR-Bank Rhein-Sieg den Zinsüberschuss auf 43,2 Millionen Euro (2015: 42,9 Mio. €) leicht ausbauen. Die zweitwichtigste Einnahmequelle bleibt das Provisionsergebnis, welches im Berichtsjahr weiter ausgebaut werden konnte, allerdings in Folge von Einmaleffekten im Fusionsjahr mit knapp 15 Millionen Euro um 2,3 Millionen Euro geringer ausfiel. Erfreulich ist der Rückgang der Verwaltungsaufwendungen um 3,9 Prozent von 38,6 Millionen Euro auf 37,1 Millionen Euro.
Der Jahresüberschuss beträgt circa 5 Millionen Euro (2015: 4,7 Mio. €), aus dem die Bank ihren Anteilseignern erneut eine attraktive Dividende zahlen kann und die Rücklagen stärken wird. Im Rahmen der Prüfungsschlusssitzung im Mai wird der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Vorstands beschließen, welche Dividendenhöhe der Vertreterversammlung zur Entscheidung vorgelegt wird.

Leicht rückläufig entwickelte sich die so genannte Cost-Income-Ratio von 69,3 Prozent auf 68 Prozent. Dieser Wert weist die Relation zwischen Aufwand und Ertrag aus. Dies bedeutet, dass die VR-Bank 68 Cent aufwenden muss, um 1 Euro zu verdienen. „Mit dieser Relation stehen wir in der Bankenlandschaft gut da“, erläuterte Dr. Martin Schilling.

Umdenkungsprozess bei der Geldanlage
Obwohl die Kundinnen und Kunden nachweislich Tag für Tag Geld verlieren, bleibt das Tagesgeld die gefragteste Anlageform. “Allmählich verspüren wir aber ein Umdenken, auch wenn nach wie vor große Summen auf unseren Tagesgeldkonten schlummern“, erläuterte Vorstandsmitglied Holger Hürten.
Durch eine erneute Steigerung von 7,4 Prozent bei den täglich fälligen Einlagen auf 1,260 Milliarden Euro (2015: 1,174 Mio. €) und einem stichtagsbedingten Wachstum bei den befristeten Einlagen erhöhte sich der Gesamtbestand der Kundeneinlagen von 1,703 Milliarden Euro auf 1,766 Milliarden Euro. Die darin enthaltenen bankeigenen Inhaberschuldverschreibungen liefen zu großen Teilen aus, so dass der Bestand auf 42,4 Millionen Euro abschmolz. Die Spareinlagen reduzierten sich nur leicht um 3,3 Prozent von 373,4 Millionen Euro auf 361,1 Millionen Euro.

Emotional geprägtes Börsenjahr
Aktienanleger mussten zu Jahresbeginn 2016 starke Nerven haben: In weniger als eineinhalb Monaten brach der Dax um 18,5 Prozent ein. Seit Februar kletterte er unter relativ starken Schwankungen wieder langsam aufwärts. Glücklicherweise konnten Brexit, Trump-Wahl und Italienreferendum den deutschen und europäischen Aktienmarkt nicht längerfristig beeinträchtigen. Die US-Präsidentschaftswahl sorgte im Nachgang sogar noch für eine Jahresendrallye an den Aktienmärkten, so dass dem Dax auf Jahressicht sogar noch ein Plus von 6,9 Prozent auf 11.481 Punkte gelang.

Die VR-Bank Rhein-Sieg kann auf ein sehr erfolgreiches Wertpapiergeschäft zurückblicken. „In diesem Geschäftsfeld stellen wir fest, dass mehr und mehr Kunden nach zeitgemäßen Geldanlagen, sowohl zur Einmalanlage als auch in Form von Investmentsparplänen, fragen. Dies führte zu einem weiteren Ausbau unseres Wertpapierbestandes von 625,1 Millionen Euro auf 659,3 Millionen Euro“, führte Holger Hürten aus.

In erster Linie flossen die Gelder in Investmentfonds des genossenschaftlichen Partners Union Investment, aber auch die Aktiendirektanlage war in 2016 gefragt. Hingegen spielt die Anlage in Rentenpapieren fast keine Rolle mehr.  
435 neu eröffnete Depots bei Union Investment sprechen außerdem eine deutliche Sprache im Hinblick auf die zunehmende Akzeptanz von Wertpapieranlagen. Der VR-Bank Rhein-Sieg ist es im abgeschlossenen Geschäftsjahr sehr erfolgreich gelungen, Sparverträge in Investmentfonds mit einem Wachstum um 22,2 Prozent zum absoluten Renner zu machen. Dies führte zu einer Erhöhung des Sparplanbestandes um 1.365 Stück auf 7.527 Stück mit einem hinzugewonnenen12-Monats-Sparvolumen von 3,58 Millionen Euro.

Intensive Zusammenarbeit mit den Kunden
Ob eine Bank aktiv mit Kunden arbeitet, lässt sich sehr schön daran ablesen, wie sich das Gesamtkundenvolumen entwickelt, denn hier wird das bilanzielle und außerbilanzielle Geschäft gemeinsam betrachtet. Eine Steigerung von 5,5 Prozent auf 4,612 Milliarden Euro (2015: 4,370 Mrd. €) zeugt von intensiven Kundenkontakten, bei denen das Vermittlungsgeschäft eine tragende Säule im Rahmen der genossenschaftlichen Beratungsqualität einnimmt.

Auch wenn die Garantieverzinsungen für Lebensversicherungen in den letzten Jahren rückläufig waren, stellt dieses Produkt nach wie vor ein wichtiges Standbein der privaten Vorsorge dar. Daher ist die VR-Bank mit dem Verkauf von 1.407 neu abgeschlossene Lebens-, Renten- oder Krankenversicherungsverträgen mit einer Versicherungssumme von 10,3 Millionen Euro zufrieden.  

Deutlich gestiegen war die Nachfrage nach Konsumentenkrediten. Hier vermittelte die VR-Bank Rhein-Sieg im Berichtsjahr 1.725 Verträge als e@syCredit an die TeamBank. Ausgezahlt wurden 14,6 Millionen Euro (2015: 12 Mio. €) für Anschaffungen jeglicher Art.

1.446 Bausparverträge mit einem Volumen von 63,8 Millionen Euro wurden für den Traum einer eigenen Immobilie abgeschlossen. Hier scheint noch einmal der Hinweis wichtig, dass Bausparverträge zum Zwecke der Inanspruchnahme eines zinsgünstigen Darlehens dienen und nicht als Spareinlage.


Neue Geschäftsstellenkonzepte
„So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.“ Diese Worte verwendete Vorstandsmitglied Holger Hürten bei Informationsveranstaltungen in Zusammenhang mit neuen Konzepten für die Geschäftsstellen der VR-Bank Rhein-Sieg. „Wir wollen uns nicht aus der Fläche zurückziehen, wie andere Banken dies machen, aber wir reagieren auf verändertes Kundenverhalten“, erläuterte Holger Hürten weiter. Im Marktgebiet Siegburg, in dem die VR-Bank Rhein-Sieg mit drei Filialen sowie zwei SB-Stellen im Hit-Markt und im ICE-Bahnhof vertreten ist, startete im Januar 2017 ein Pilotprojekt. Dies sieht vor, dass die Geschäftsstelle in der Kaiserstraße halbtags mit bedientem Service geöffnet bleibt. Beratungsangebote wurden auf die Hauptstelle am Europaplatz konzentriert. Die komplette SB-Technik ist von 5:30 bis 23:00 Uhr täglich verfügbar. Zum 1. April wird die Geschäftsstelle in Siegburg-Stallberg zu einer Beratungsgeschäftsstelle mit modernster Ausstattung umgestaltet. Servicedienstleistungen werden über die SB-Technik angeboten. Die Filiale am Europaplatz bleibt Hauptgeschäftsstelle und bietet damit alle Service- und Beratungsangebote an, die die Kundschaft wünscht.
Zur Abrundung des Konzeptes und zur Verbesserung des Vertriebswegemix baut die Genossenschaftsbank das eigene KundenServiceTeam (KST) mit Standort in Much weiter aus. Das Besondere: Eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind kompetente Gesprächspartner am Telefon und können viele Servicedienstleistungen fallabschließend gemeinsam mit dem Kunden erledigen. Erreichbar ist das KST montags bis freitags von 8:00 bis 20:00 Uhr.  

Das Internet hat die Bankenwelt längst erobert. Auch die VR-Bank Rhein-Sieg ist neben dem klassischen Internet bei den Sozialen Medien unterwegs, verfügt über einen eigenen Account bei Facebook, Instagram und Wikipedia und stellt Videos auf Youtube ein.

Die Anzahl der Online-Konten erhöhte sich in 2016 noch einmal um über 20 Prozent, so dass mittlerweile die Anzahl der Online-Kunden von 44.192 auf 53.326 angewachsen ist. Zur TAN-Generierung nutzen 43,6 Prozent das Smart-TAN optic-Verfahren mit Kartenleser. Stetig steigt aber auch die Anwendung mit mobile Tan über das Smartphone, welches von 17 Prozent der Kunden genutzt wird. „Besonders freuen wir uns über die wachsende Anzahl von Nutzern unserer VR-Banking App“, freute sich Holger Hürten. „Dass wir als Genossenschaftsbank diese Leistungsfähigkeit in einem Zukunftsmarkt bieten, macht mich sehr stolz.“

Der Spagat zwischen traditionellem Bankgeschäft über die Filialen bis hin zu innovativen Lösungsansätzen für die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt, stellt eine der größten Herausforderungen für die VR-Bank dar, der wir uns gerne stellen. „Wir glauben aber, dass unsere 118.000 Kundinnen und Kunden genau das von uns erwarten“, so Hürten. Die Zahl der Menschen, die sich für die Genossenschaftsbank entscheiden wird jährlich höher, wie ein Zuwachs um weitere 3.183 Neukunden verdeutlicht.  

Kreditgeschäft legt weiter zu
Die Kreditnachfrage der Kunden war im abgeschlossenen Geschäftsjahr unverändert hoch. „Unsere hohe Wettbewerbsfähigkeit ist auf die Nähe zu unseren Firmen- und Privatkunden sowie auf schnelle und verlässliche Kreditentscheidungen zurückzuführen“, erläuterte Ralf Löbach, Generalbevollmächtigter der VR-Bank Rhein-Sieg.
Der Gesamtbestand der Kundenausleihungen erhöhte sich um 3,6 Prozent von 1,526 Milliarden Euro auf 1,580 Milliarden Euro. Dabei wuchsen die Darlehen sogar um 5 Prozent auf 1,496 Milliarden Euro (2015: 1,426 Mrd. €), wohingegen sich die Kontokorrentkreditinanspruchnahmen um 16,4 Prozent auf 84,1 Millionen Euro (2015: 100,1 Mio. €) reduzierten.

VR-Bank beim Mittelstand gefragt
Bei Firmenkundenkrediten wuchs die VR-Bank Rhein-Sieg mit 4,15 Prozent stärker als der Markt, der in seiner Gesamtheit in Deutschland nur um 2,1 Prozent zunahm. Im Darlehensbereich sogar um 8,35 Prozent. Dies verdeutlicht die gute Marktposition, die die Genossenschaftsbank einnimmt, denn die Nachfrage nach Kreditmitteln war und ist weiterhin ungebrochen. Der hervorragende Wirtschaftsraum, in dem die Bank tätig ist, wird von den Verantwortlichen als einer der Gründe angekommen, warum das Geschäft so floriert. In erster Linie werden die Kredite für Immobilienfinanzierungen angefragt. Sonstige gewerbliche Finanzierungen für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen wurden vielfach aus den eigenen liquiden Mitteln finanziert, womit sich auch der Rückgang bei den Kontokorrentkrediten erklären lässt. Andererseits ist dies ein Zeichen, welches die Kunden in großem Umfang als wirtschaftlich stabile Partner ausweist.
Leasingangebote für gewerbliche Kunden, Freiberufler/ Heilberufe und landwirtschaftliche Kunden fanden sehr positive Resonanz.
Das Volumen der an die verbundeigenen Banken vermittelten Darlehen ging zurück, da die Bank viele Finanzierungen in die eigenen Bücher aufnahm.

Besonders erfreulich für die Bank war das erfolgreiche Bemühen um neue Firmenkunden. „Insbesondere aus Kundenempfehlungen konnten wir neue Geschäftsbeziehungen akquirieren“, freut sich Ralf Löbach. „Etwas Besseres kann einem Unternehmen nicht passieren, als von den eigenen Kunden weiterempfohlen zu werden.“

Der große Traum vom eigenen Haus
78,8 Millionen Euro an neuen Baufinanzierungsdarlehen haben dafür gesorgt, dass viele Menschen ihren Traum vom Eigenheim realisieren konnten. Dies macht in Zeiten niedriger Zinsen natürlich besonders viel Spaß. „Der Spaß soll auch anhalten, wenn die Zinsen mal wieder steigen“, so Ralf Löbach zur Beratungsphilosophie der VR-Bank Rhein-Sieg. „Deshalb empfehlen wir unseren Kundinnen und Kunden bei der Finanzierung Eigenmittel von mindestens 10 Prozent, besser 15 Prozent, einzuplanen und die Tilgung so zu wählen, dass die Finanzierung in längstens 30 Jahren zurückgeführt ist.“
Bestätigt werden die Bänker bezüglich ihres Beratungsansatzes durch die Zufriedenheitsbefragung ihrer Kunden nach einer Baufinanzierung. Dabei geben 82 Prozent der Kunden als wichtigstes Attribut bei einer Baufinanzierung die „Vertrauenswürdigkeit des Beraters“ an. „Gute Zinsen“ folgen mit 77 Prozent der Nennungen.

Weil die VR-Bank bei jeder Baufinanzierung ein Gesamtpaket schnürt, das auf die individuelle Kundensituation zugeschnitten ist, wurden auch KfW-Darlehen in Höhe von 5,7 Millionen Euro bereitgestellt und
19,2 Millionen Euro an die verbundeigenen Hypothekenbanken vermittelt. In diesen Zahlen sind die Geschäfte, die die ehemalige Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth in den ersten acht Monaten getätigt hat, nicht enthalten.

Immobilien GmbH auf Objektsuche
Die Nachfrage nach Immobilien, insbesondere im städtischen Bereich, war ungebrochen hoch. Deutlich höher wäre der Umsatz ausgefallen, hätte man noch mehr Objekte im Angebot gehabt. Die mangelnde Angebotslage führte zu einem weiteren Anstieg der Immobilienpreise. 103 Objekte vermittelte die Immobilientochter VR-Bank Rhein-Sieg Immobilien GmbH in 2016 und generierte damit einen Umsatz von 1,1 Millionen Euro.

Genossenschaftsidee ist Weltkulturerbe
Eine große Ehre wurde der Genossenschaftsidee im Dezember 2016 zu Teil. Das internationale Komitee der UNESCO für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der Menschheit hat die Genossenschaftsidee in seine „Repräsentative Liste“ aufgenommen. „Diese hohe Auszeichnung zeigt die Anerkennung und das Vertrauen, das man der genossenschaftlichen Idee weltweit entgegenbringt. Darüber hinaus ist es für die vielen Mitglieder der VR-Bank Rhein-Sieg eine große Wertschätzung, sich in der richtigen Bank als Teilhaber zu engagieren,“ freut sich Andre Schmeis, Generalbevollmächtigter. Bedingt durch die Fusion wuchs die genossenschaftliche Familie in 2016 auf 46.332 (2015: 40.519) Mitglieder an.

Risikomanagement unverzichtbar   
Im Controlling der VR-Bank wurde auch in 2016 wieder sehr gute Arbeit geleistet. Insbesondere widmet sich die Abteilung den Risikofaktoren, denen eine Bank ausgesetzt ist. „Im Berichtsjahr ist die Bank nur solche Risiken eingegangen, die hinsichtlich ihrer Auswirkungen zu beurteilen waren und die konkret beziffert werden konnten“, erläuterte Andre Schmeis. Dabei haben die Spezialisten neben den Kreditrisiken auch Marktpreis- und Zinsänderungsrisiken sowie Liquiditätsrisiken stets im Blick. Im Rahmen der Risikostrategie legt die VR-Bank großen Wert auf eine gesunde Relation zwischen Ertrag und Risiko.

Verträge, wie am Fließband
Fast 3.000 Unterlagen zu wirtschaftlichen Verhältnissen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kreditsachbearbeitung im vergangenen Jahr bearbeitet. „Eine enorme Menge, die verdeutlicht, wieviel Papier bewegt werden muss, um allen Ansprüchen des Kunden, aber auch des Gesetzgebers gerecht zu werden“, so Andre Schmeis. Die Anzahl der Darlehensverträge erhöhte sich von 1.808 in 2015 auf 1.871 in 2016. Außerdem wurden 720 Wertgutachten (2015: 595) von der Fachabteilung erstellt. Die Anzahl der ausgewerteten Jahresabschlüsse der Kunden belief sich auf 954 (2015: 968). In den beiden letztgenannten Zahlen fehlt die Produktion der ersten acht Monate der Raiffeisenbank Much-Ruppichteroth.

Mehrkartenverfügbarkeit
Um die Kundinnen und Kunden nicht mit unnötigen Karten im Portemonnaie zu belasten, setzt die VR-Bank Rhein-Sieg in ihrer Kartenstrategie auf eine neue Technologie, die es möglich macht, mehrere Girokonten über eine Bankkarte zu steuern. Dadurch konnte der Kartenbestand schon um mehrere tausend Plastikkarten reduziert werden. Fusionsbedingt stieg die Gesamtanzahl aber wieder auf 89.227 Bankkarten. Der Bestand der Kreditkarten erhöhte sich auf 15.326 Stück.
Den Kundinnen und Kunden der VR-Bank Rhein-Sieg stehen im Geschäftsgebiet 61 geldauszahlende Automaten zur Verfügung. Davon sind 38 Maschinen so genannte Recycler, an denen auch Geld eingezahlt werden kann. Knapp 2,1 Millionen Transaktionen wurden an den Geräten vorgenommen. In Umlauf kamen damit 399 Millionen Euro an Bargeld. Im Durchschnitt verfügten die Kunden 191 Euro nach 178 Euro im Vorjahr.

Außerdem stellt die Bank in acht Geschäftsstellen Münzzählmaschinen zur Verfügung. Kundinnen und Kunden können dort kostenlos ihr Münzgeld zählen und auf ihr Konto einzahlen lassen.

Sozialbilanz – Zeichen unserer Nachhaltigkeit
Wir fördern Vereine und gemeinnützige Einrichtungen
Ideen gibt es viele, oft fehlt allerdings das nötige Geld, um diese Ideen auch zu realisieren. Durch Nutzung der Crowdfundingplattform der VR-Bank Rhein-Sieg können Träume zur Realität werden. Mitmachen können alle gemeinnützigen Vereine oder Einrichtungen, indem sie ihre Projektideen auf der Plattform www.vrbankrheinsieg.viele-schaffen-mehr.de einstellen und dazu aufrufen, dass Projekt zu unterstützen. Einmalig unterstützt die Genossenschaftsbank ab einer Spendenhöhe von10 Euro mit weiteren 10 Euro. Auf diese Art und Weise wurden seit September 2015 bereits 31 Projekte erfolgreich realisiert und über 145.000 Euro konnten eingesammelt werden, darin enthalten eine Unterstützung seitens der VR-Bank in Höhe von fast 45.000 Euro.
Darüber hinaus stellt die Bank Spenden und Gelder für Sponsoringaktivitäten zur Verfügung. „Dabei achten wir darauf, dass die Gelder in alle Teile unseres Geschäftsgebietes fließen“, erklärte Andre Schmeis. In 2016 wendete die Bank insgesamt 280.000 Euro auf.

Wir sind Arbeitsgeber und Ausbildungsbetrieb
Mit 383 (-4) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inklusive 22 Auszubildender gehört die VR-Bank Rhein-Sieg zu einem der wichtigen Arbeitgeber in der Region. Um Beschäftigte möglichst lange an das Haus zu binden, bietet die Genossenschaftsbank unterschiedliche Arbeitszeitmodelle an. So nutzten 104 Angestellte die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung. „Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 17,7 Jahren zum Unternehmen zeigt außerdem die Attraktivität der Bank, aber auch, dass wir unseren Kundinnen und Kunden Erfahrung und hohes Know-how bieten können“, so Schilling. Um Können und Leistungsfähigkeit zu Gunsten der Mitglieder und Kunden einsetzen zu können, nahmen 89 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 290 Tagen Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch. „In einer von Digitalisierung geprägten Arbeitswelt werden kompetente und mutige Veränderungsmanager in allen Teilen der Bank dringend benötigt“, erläuterte Dr. Martin Schilling.

Wir sind Steuerzahler in der Region
Gewerbesteuerzahlungen in Höhe von insgesamt 3,062 Millionen Euro versetzten die Kämmerer der acht Kommunen des Geschäftsgebietes in die Lage, wichtige Aufgaben zu realisieren.

Übersicht der wichtigsten Kennzahlen

  2015 2016
Bilanzsumme 2,163 Mrd. EUR 2,245 Mrd. EUR
Gesamtkundenvolumen 4,371 Mrd. EUR 4,612 Mrd. EUR
Kundenkredite 1,526 Mrd. EUR 1,580 Mrd. EUR
Kundeneinlagen 1,703 Mrd. EUR 1,766 Mrd. EUR
Anzahl Mitarbeiter 387 383
Anzahl Mitglieder 40.519 46.332
Bilanzgewinn 4,9 Mio. EUR 4,7 Mio. EUR