Notfalldose: Rettung aus dem Kühlschrank

Generalanzeiger//Von Dieter Hombach, 04.12.2017

5.12.2017

Notfallausweis, Notfallpass, einen Notfallordner - für Retter meist unmöglich herauszufinden, wo diese wichtigen Daten gerade aufbewahrt werden. Die Lösung: Diese lebenswichtigen Informationen kommen in die Notfalldose. Und die leicht auffindbar in die Kühlschranktür. 3000 dieser Helfer werden in Niederkassel verteilt.

Im Notfall zählt jede Sekunde. Für den Rettungsdienst ist es wichtig, den Patienten schnell zu versorgen. Dabei hilft die sogenannte Notfalldose, die am Freitag anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Niederkassel der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie genial: Alle Notfalldokumente werden an einem festen Ort griffbereit aufbewahrt – in der Notfalldose, die eine einheitliche Handhabung ermöglicht. Sie enthält ein Infoblatt, auf dem alle wichtigen gesundheitlichen Daten sowie Kontaktpersonen aufgeführt sind. Aufbewahrt wird die Dose in der Kühlschranktür, einheitliche Aufkleber an Wohnungstür und Kühlschrank weisen auf sie hin. So können wertvolle Zeit gewonnen und eventuell Leben gerettet werden.

Torsten Bächler, Andrea Schrahe (beide VR-Bank), Friedemann Immer, Gabriele Neuhöfer, Stephan Vehreschild, Klaus Böcking und Thorsten Tillich bei der Übergabe der Notfalldosen

Der Hinweis auf die Notfalldose, so die städtische Inklusionsbeauftragte Gabriele Neuhöfer, kam von Friedemann Immer und Klaus Böcking vom Arbeitskreis Inklusion und wurde von Niederkassels Bürgermeister Stephan Vehreschild unterstützt. Dank einer Spende der VR-Bank Rhein-Sieg in Höhe von 3000 Euro war eine zügige Projektumsetzung möglich. Ein noch ungedeckter Betrag wurde aus städtischen Mitteln finanziert.

3000 Notfalldosen wurden angeschafft, die kostenlos von den Vertretern der örtlichen Pflegedienste und des Deutschen Roten Kreuzes an Betroffene und Interessierte übergeben werden. Andrea Schrahe, Abteilungsleiterin Marketing der VR-Bank, sagte bei der Präsentation, dies sei ein absolut unterstützungswürdiges Projekt, an dem man sich gerne beteiligt habe.

In Kürze sind die Notfalldosen auch bei den örtlichen Hausärzten, Internisten und Kardiologen, der VR-Bank Niederkassel, dem Hospizverein sowie in Apotheken kostenlos erhältlich.