Was haben Alter und Haltung gemeinsam?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer Gastredner auf dem Neujahrsempfang der VR-Bank Rhein-Sieg

10.01.2018

Troisdorf: Der Run auf den Neujahrsempfang der VR-Bank Rhein-Sieg war erneut ungebrochen hoch. Über 1.400 Gäste hatten sich angemeldet, um zu erfahren, wie es der VR-Bank im abgelaufenen Jahr ergangen war, aber natürlich auch um Gastredner Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer live zu erleben. Das Vorstandsquartett Dr. Martin Schilling, Holger Hürten, Ralf Löbach und Andre Schmeis sowie die zahlreich anwesenden Führungskräfte der Bank freuten sich über die riesige Resonanz, darunter auch zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, die den Weg in die Troisdorfer Stadthalle gefunden hatten. Diese nutzen den feierlichen Rahmen für zahlreiche Gespräche bei musikalischer Untermalung durch das Oleg Jakusov-Trio.

v.l.: Vorstandsmitglieder Holger Hürten und Andre Schmeis, Referent Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Geburtstagskind Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Schilling und Vorstandsmitglied Ralf Löbach.

Zu Beginn ließ Dr. Martin Schilling, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rhein-Sieg, das gerade abgelaufene Geschäftsjahr noch einmal Revue passieren. Zusammenfassend stellte er fest, dass Dank eines anhaltenden Kundenzuspruchs sowie einer robusten konjunkturellen Entwicklung die VR-Bank auf ein gutes Geschäftsjahr, verbunden mit dem Zugewinn weiterer Marktanteile, zurückblicken kann. Insbesondere das Kreditgeschäft konnte deutlich ausgeweitet werden. Erstmals in der Geschichte der Bank überschritten die neu bewilligten Darlehen die Summe von 400 Millionen Euro. „Dies ist ein eindeutiges Zeichen für das Vertrauen in unsere genossenschaftliche Beratungsleistung  und das Bekenntnis zu unserer regional verankerten, mitgliederorientierten Bank“, führte Dr. Martin Schilling aus.

Einmal mehr war 2017 aber auch durch die Fusion mit der Raiffeisenbank Sankt Augustin geprägt. Auch diese Fusion hatte die Bank ohne Unterstützungsleistung seitens einer Beratungsgesellschaft gestemmt und damit bewiesen, wie hoch die Fachkompetenz der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beurteilen ist.

Nachdem die UNESCO die Genossenschaftsidee Ende 2016 zum immateriellen Kulturerbe erklärte, feiern alle Genossenschaften in diesem Jahr den 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Selbstverständlich hatte sich der Genossenschaftsgründer als Pappaufsteller unter die Gäste des Neujahrsempfangs gemischt. Von den 22 Millionen Genossenschaftsmitgliedern in Deutschland sind über 18 Millionen Teilhaber einer Kreditgenossenschaft, davon über 51.000 bei der VR-Bank Rhein-Sieg.  Und genau diese Mitglieder stehen bei der Genossenschaftsbank ganz im Fokus. Im Geburtstagsjahr hat sich die VR-Bank daher auch einiges einfallen lassen. So hat Herr Raiffeisen am Samstag in Mondorf schon die Jungs der kölschen Band Kasalla kennengelernt. Viele tolle Begegnungen werden im Laufe des Jahres noch folgen.

Nach den Ausführungen zur VR-Bank begrüßte Dr. Martin Schilling Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, der 1952 in Clausthal-Zellerfeld geboren wurde und in Bochum aufwuchs. Er ist praktizierender Arzt, Professor für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke, Stifter und Autor zahlreicher Bestseller (u. a. "Mein Rücken", "Dein Herz", "Mensch bleiben", "Lebe mit Herz und Seele", "Der kleine Medicus", „Kapital Gesundheit“). Sein letztes Buch „Mein großes Rückenbuch. Wie Sie Ihren Schmerz besiegen“ erschien im Oktober 2017.

Dietrich Grönemeyer steht für das Zusammenspiel der verschiedenen medizinischen Disziplinen genauso wie für die ganzheitliche Wahrnehmung von Körper, Seele und Geist zum Wohle der Patienten. Vor 20 Jahren gründete der Rückenexperte das Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum, darüber hinaus ist er seit Jahren Vorstand des Wissenschaftsforums Ruhr. Das ZDF strahlt seit 2012 viermal jährlich die Sendung "Dietrich Grönemeyer - Leben ist mehr!" aus.

In seinem Vortrag „Fit bis 100 - auch eine Frage der Haltung“ erinnerte er daran, dass wir erst durch den aufrechten Gang zum Menschen geworden sind. Umso mehr sei es fast eine Ironie der Menschheitsgeschichte, dass wir alles, was die Hektik des modernen Alltags mit sich bringt, im Kreuz spüren. Nicht nur Fehlhaltungen bei der Arbeit, mangelnde Bewegung, Übergewicht oder große Lasten machen dem Rücken zu schaffen. Genauso Stress, psychischer Druck, Mobbing, Ängste: Der Rücken ist eben mehr als ein Körperteil.

Jährlich werden große Summen zur Behandlung der Volkskrankheit Nummer 1 ausgegeben. Warum viele Patienten ihre Schmerzen oft nicht loswerden und wie Körper, Seele und Geist zusammenhängen erläuterte Dietrich Grönemeyer in seinem Vortrag.

Mit lang anhaltendem Applaus bedanke sich das Publikum bei dem sympathischen Mediziner, dem man abnahm, dass für ihn Schlüssel für eine bessere, menschliche Medizin die liebevolle Zuwendung auf Augenhöhe, Respekt vor der Würde des Menschen und Hilfe zur Selbsthilfe sind. Damit schloss sich wieder der Kreis zum Gründungsvater der Genossenschaftsidee, denn Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat sein Handeln unter die Maxime der Hilfe zur Selbsthilfe gestellt.

Fotos: Quentin Bröhl