Landwirtschaft leidet unter Dürre

VR-Bank legt Sonderkreditprogramm auf

03.08.2018

Die Landwirtschaft in der Region konnte sich noch nicht von den Krisen der letzten Jahre erholen und schon steht den hiesigen Bauern ein neues Problem ins Haus.

"Die Niederschlagsmengen der Region sind in diesem Jahr bisher um rund 40 Prozent niedriger ausgefallen als im Durchschnitt der letzten Jahre. Wenngleich unsere Region damit noch sehr gut dasteht, sind die Ernteerträge, wie zum Beispiel bei Getreide und Raps, deutlich rückläufig", erläuterte Christoph Könen, Kreisverbandsdirektor des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes. "Für alle sichtbar ist der fehlende Grasaufwuchs auf den Weiden und damit fehlt das Winterfutter für die Viehbauern", ergänzte Theo Brauweiler, 1. Vorsitzender der Kreisbauernschaft.

Der Wassermangel wirkt sich aber ganz aktuell auch bei der Maiskolbenbildung aus. Insbesondere Körnermais und Kraftfutter dürften damit deutlich knapper ausfallen und sich im Einkauf erheblich verteuern.

v. l.: Christoph Könen, Theo Brauweiler, Holger Hürten, Rainer Buhrandt und Dr. Martin Schilling

"Summa summarum führt diese Entwicklung dazu, dass die Einkommen der Bauern rückläufig sind", fasste Dr. Martin Schilling, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rhein-Sieg, zusammen. "Um nicht noch stärker aufgrund aktuellen Liquiditätsbedarfs an die Substanz des Unternehmens gehen zu müssen, haben wir ein Liquiditätsprogramm für die Landwirtschaft aufgelegt." Hier besinnt sich die Genossenschaftsbank einmal mehr auf ihren Gründungsvater Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dessen Antrieb es ebenfalls war, der notleidenden landwirtschaftlichen Bevölkerung zu helfen.

Für kurzfristigen Liquiditätsbedarf -bis zur Auszahlung der Flächenprämien- bietet die Bank ein eigenes Sonderkreditprogramm zu attraktiven Konditionen in Form eines zinsgünstigen Betriebsmittelkredites an. Bei mittelfristigem Bedarf greifen die Bänker auf Programme der Landwirtschaftlichen Rentenbank zurück.

"Da sich jeder landwirtschaftliche Betrieb anders darstellt, sollten die Landwirte dringend das Gespräch mit ihrer Bank suchen, um die individuelle Situation zu besprechen", empfiehlt Rainer Buhrandt, Spezialberater Landwirtschaft bei der VR-Bank Rhein-Sieg.